Heißer Scheiß live serviert: Konspirative Küchenkonzerte!

God’s Entertainment

Das Publikum der Performances von God’s Entertainment ist selten bloß zum Zusehen verdammt. Manchmal entscheiden sie sogar über das Tun ihrer Mitmenschen, wodurch sie und nicht die „Götter“ quasi zu Göttern werden. Diese Machtausübung kann via Joystick erfolgen oder via Geldspende – das Ergebnis kann eine Prügelei sein oder eine Orgie. In jedem Fall geschieht es im öffentlichen Raum. Ein Skandal? Vielleicht. GE jedenfalls kann sich entspannt zurücklehnen, denn SIE haben ja nicht den Joystick in der Hand mit der sie Menschen aufeinander einschlagen oder sich gegenseitig ausziehen lassen und sie werfen auch nicht das Geld in den Hut, das die Folter eines Schwarzafrikaners mitten in der Fußgängerzone auslöst. GEs Performances sind abhängig von ihren Betrachtern; erst das Publikum lässt die Kunst entstehen. Doch wer jetzt denkt, „So ein Theater!“, der liegt vollkommen falsch, denn genau das versuchen GE mit ihren Werken zu demonstrieren: Das Leben ist kein Theater, das Leben ist real. Reale Entscheidungen haben reale Auswirkungen. Realität und Theater bekämpfen sich. Und im Zweifel ziehen GE die Realität dem Theater immer vor. Eine Realität, in der man mit Beleidigungen konfrontiert wird. Mit politischer und sozialer Ungerechtigkeit. Mit Konkurrenzkampf. Kurz: Mit Konflikten. Doch die Methoden von GE haben einen Nachteil: Die Eventisierung der Botschaft, der Unterhaltungswert der Performances ist meist so enorm, dass die Zuschauer den Spiegel, den sie vorgehalten bekommen, völlig übersehen. Genauso wie… im Theater!

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