Heißer Scheiß live serviert: Konspirative Küchenkonzerte!

S. Vogel / S. Hehemann

Stefan Vogel und Simon Hehemann machen kurzen Prozess. Mit Bock auf's Experiment und der Spritzigkeit zweier Endzwanziger stellen sie der allgemeinen Schlimmheit expressive Abenteuermalerei und wuchtigen Budenzauber entgegen.
Während Vogel allein eher kleinformatig, dicht, Hehemann ausladend, abstrakt, ist den beiden ein Schaffensprozess gemein. Als Duo vereint in einer wüsten „Form versus Material“-Schlacht, bewaffnet mit der Pompösität jeglicher Materialität, von gumminös bis gipsig, schiessen die beiden ihre bewusstseinserweiternden Maßnahmen direkt aus der Hüfte - alle Sinne beanspruchend, den Betrachter vor der Ästhetik des Rausches zurücklassend. Für eine Ausstellung schaffte das Künstlerduo sein gemeinsames Atelier-Wohnzimmer originalgetreu in den Atelierraum von Feinkunst Krüger und ließ es in einwöchiger Arbeit unter insgesamt zwei Tonnen Gips-Spachtelmasse verschwinden. Alles wirkte, als sei es vor Minuten noch benutzt worden. Das tonnenschwere Material legte sich sanft wie eine Decke über alles, was sich Hehemann und Vogel bisher erwohnt hatten. Ein Atelier im Schlafrock. Der wohl derbste Überraschungsangriff der HfBK 2011.