Heißer Scheiß live serviert: Konspirative Küchenkonzerte!

Das Gemüseorchester

Außergewöhnliche Instrumentierung gehört in der Experimentalmusik ja nun fast schon zum guten Ton. Dass ein Wiener Ensemble nun aber in Karotten pustet und auf Auberginen klopft, das ist doch ein starkes Stück. Würde zumindest Mutti sagen. Für die Konspirativen Küchenkonzerte sind diese Pfeifen hingegen ein gefundenes Fressen und darüber hinaus ein ernstzunehmendes Projekt, das im Klang, der Performance und der ungewöhnlichen Kompositionsweise überzeugt.
Seit 1998 sind die selbstverwalteten Selleriegitarren und frischgeschnitzten Paprikahörner nun schon im Gemüsegeschäft und nicht zu bescheiden, um sich in einer Reihe mit Steve Reich, Aphex Twin und Kraftwerk einzuordnen. Und tatsächlich scheinen Einflüsse aus musique concrète, Noise und Elektronik eine große Rolle zu spielen. Mit Messern, Bohrern und verschiedenen Küchengeräten wird ausgehöhlt, weggeschnitzt und durchlöchert. Aus den Resten kochen sie eine Gemüsesuppe für das Publikum. Zwischen afrikanischer Polyrhythmik und Minimal Techno, wagt das Ensemble den Versuch, alltäglichen Klängen einen Raum zu geben, Gemüse und Musik gleichermaßen erfahrbar zu machen. Mit dem Wiener Gemüseorchester kann man Musik nicht nur hören, man kann sie auch sehen, riechen und schmecken.
www.vegetableorchestra.org