Heißer Scheiß live serviert: Konspirative Küchenkonzerte!

Ja, Panik

„Es ist kein identitätsstiftendes Merkmal, dass wir Österreicher sind“, sagt die Gruppe Ja, Panik über sich selbst und trotzt damit der in Deutschland populären städtepatriotistischen Denke. Aus dem Burgenland über Wien zog es die fünf Bohemians irgendwie trotzdem in die deutsche Bundeshauptstadt. Hier nehmen sie ihre neue Platte auf, mit dem Titel DMD KIU LIDT („Das Manifest des Kapitalismus in unserem Leben ist die Traurigkeit“). Musikalisch überzeugt die Band hier durch Reduktion und Skizzenhaftigkeit. Zwischen Revolution und Auflösung propagieren Ja, Panik den Pessimismus als „Ursprung aller Schöpfung“.

Wohl einzigartig ist ihr Umgang mit Textstücken aus Literatur, Filmen oder Manifesten. Bleiben dabei heute nur noch vage Ideen außermusikalischer Inhalte übrig, wurden auf den drei Platten zuvor noch konkrete Passagen zitiert, kollagiert und kontrastiert. Ob deutsch oder englisch ist völlig egal. Grenzen werden verwischt, Schwächen aufgedeckt. Dass die Herren damit anecken, liegt auf der Hand und ist auch so gewollt: „Wenn viele Leute unsere Sachen nicht hassen würden, hätten wir etwas falsch gemacht“.

Drogen, Rausch, Exzess. Situationismus, Revolution und Selbstzerstörung. Wahrscheinlich ist diese Musik gar nicht für den Zuhörer gemacht. Wahrscheinlich ist sie gegen ihn.

www.ja-panik.com