Heißer Scheiß live serviert: Konspirative Küchenkonzerte!

Now and then - Schöne Erinnerungen bringt der Mai

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/KoppruchModerator.C.Hoehne.jpg

Mai 2009: Erste Folge "Konspirative KüchenKonzerte" mit Nils Koppruch und Thorsten Passfeld. Zwei weibliche Clowns sitzen in Marcos Küche (siehe Foto, links von Marco), die größere von beiden drückt dem geladenen Musiker am Schluss der Aufzeichnung einen dicken Schmatzer auf. In der nächsten Sendung ist es ein mehr oder weniger talentierter Jongleur, der die Sendung beendet, in Folge 3 eine Frau, die krampfhaft versucht, das Publikum zum Singen zu bringen. Heute kann man sich nicht nur zu Recht fragen, was wir uns damals bloß gedacht haben, angesichts des dreijährigen Jubiläums und einer 30 Folgen dauernden Entwicklungsphase darf man getrost auch in Erinnerungen schwelgen...

Bereits ab Sendung Nummer 4 ersetzte Marcos Jukebox den Publikums-Sidekick, was Küchenkraft Enno endlich die Möglichkeit verschaffte, sein Slapstick-Talent unter Beweis zu stellen. Scheinbar musste er sich jedoch zuerst noch an seine Rolle gewöhnen, denn plappern, wie Enno es in dieser Folge tat, gehört nicht gerade zu den Eigenschaften eines stummen Dieners. Und so besiegelte Marcos Jungenfreund und Kochhilfe sein Schicksal: Apolda-Witze und andere Seitenhiebe des Chefkochs auf Lebenszeit! Die Küche gestaltete in dieser Sendung übrigens Sticker-König pop.ac, der gemeinsam mit dem Publikum auch noch prompt den ganzen Puhsthof verschönerte.

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/Rueckblick 01.jpg

Während in Folge 5 ein von Nala and The Silkmonkeys eigens für die Küchenkonzerte erlegtes Reh zu einem wahren Festschmaus zubereitet wurde (das in der Sendung gezeigte Video der Häutung durfte der Cutter in mühseliger Arbeit für die Ausstrahlung verpixeln), erinnerte das Menü der siebten Sendung mit Bernadette La Hengst und Ton Matton eher an einen Autounfall. Zumindest weiß jetzt jeder im Team, warum dieses Gericht in manchen Bundesländern "Tote Oma" genannt wird. Jedendfalls wurden die Konspirativen Küchenkonzerte nach Einsendung dieser Folge zum ersten Mal für den Adolf-Grimme-Preis nominiert - der jedoch an die Konkurrenz aus dem Schellfischposten ging. Vielleicht hätte man die Blutwurst statt des Rehs unkenntlich machen sollen...

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/Rueckblick 02.jpg

Die Band Karamel besuchte die Küche in Sendung Nr. 9 - und löste sich kurz nach ihrem Auftritt auf. Wir wollen uns jedoch nicht einreden, dass dies ein schlechtes Omen sei (auch wenn mit Superpunk einige Monate später genau das gleiche passiert ist), sondern konzentrieren uns lieber auf die Neuerungen jener Staffel: Um Enno zu besänftigen, erhält der Küchenfreund seine eigene Maz und darf neun Folgen lang in fremden Töpfen fischen, fiktive Treppen runtergehen (der älteste Gag der Welt, aber immer wieder gut!), mit Spaghettis fechten und Stoffschafe schlachten. Und siehe da: so zufrieden hat man den Küchenhelfer noch nie gesehen.

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/Rueckblick 03.jpg

In den Folgesendungen wurde es dafür ab und an ein wenig ungemütlich: Nicht nur, dass die Ausstrahlung der zwölften Folge mit Stereo Total und Jim Avignon beinahe verhindert wurde, auch ein jugendlicher Rockstar musste besänftigt werden. Der 1000 Robota-Spielmann Anton Frontmann... ich meine natürlich: Der 1000 Robota-Frontmann Anton Spielmann verbot dem Moderator in Sendung Nr. 16 das Sprechen und sorgte damit nicht nur bei unserem Neuzugang Geli Fuchs für Verwirrung. Mit der erfahrenen Regisseurin kam übrigens auch eine neue Aufnahmetechnik: fortan wurden alle Kamerabilder in das blaue Spielmobil der Falkenflitzer übertragen, wo Geli, der Bildmischer und die Redakteure zwar meistens froren, das bunte Treiben in der Küche aber zumindest in Ruhe beobachten konnten.

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/Rueckblick 04b.jpg

Eine weitere wichtige, technische Veränderung trat ab Folge 17 ein: die Aufzeichnung in High Definition. Willkommen im 21. Jahrhundert! Prompt setzten auch die geladenen Gäste einen drauf: Während Jan Holtmann die gesamte Küche von unten beleuchten ließ, joggte die kanadische Band Trike samt Publikum zum Kiosk um die Ecke. Ach ja, und der Moderator wurde entführt, aber das interessierte irgendwie keinen. Das Team der Küchenkonzerte entdeckte in dieser Staffel nicht nur sein Faible für lebendige Kunst, sondern auch die Räumlichkeiten außerhalb der Küche: Garten, Keller, Autos und natürlich Toiletten...

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/Rueckblick 05.jpg

Was dann kam ist so lange nicht her und bedarf deshalb auch keiner ausführlicheren Erläuterung mehr. Nur so viel: Das Büro wanderte vom Studio Hamburg-Gelände an den Wilhelmsburger (Vering)Kanal, die Sendung wiederum wanderte vom (Bürger)Kanal ins Programm der Öffentlich-Rechtlichen. Es kamen Willemsen, Rehberger, Scooter, zwei Hühner und viele andere illustre Gestalten in Marcos Küche. Dorthin, wo seit 30 Fernsehfolgen gemeinsam geschwitzt, gebastelt, gelacht, gerockt und gegessen wird und wo vor drei Jahren eine Clownsdame Nils Koppruch küsste.

tl_files/konspirativ/content/news/2012/05/Rueckblick 06.jpg

Doch seit diesem Knutscher ist viel passiert: Sendungselemente wurden ausgetauscht, Hausmeister wurden bekocht und die Nächte wurden durchgearbeitet. Die konspirative Küche hat alles erlebt, was eine Küche nur erleben kann: Hunderte von Kaffeefiltern und Graffiti an den Wänden, 200 000 Fliegen und drei Mal Besuch von der Polizei (und das nach 11:30 Uhr!). Mit der Zeit wurde alles größer und teurer, dafür aber auch lebendiger und ausgefallener - man vergleiche nur die beiden Trailer aus den Jahren 2010 und 2012. Können wir abschließend also sagen, dass wir nach drei Jahren und 30 Folgen endlich das erreicht haben, was wir von Anfang an erreichen wollten? Haben wir die Konspirativen KüchenKonzerte so gestaltet, dass es nichts mehr zu verbessern gibt?

Mitnichten!

Auf die nächsten drei Jahre und 30 Folgen! Prost und Mahlzeit!

Zurück |

Noch kein Kommentar, ändere das!